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Elias Dahler, Helena Kisling, Veronika Kisling

Dass die berührenden Werke von Helena Kisling und von Elias Dahler seit einigen Jahren öffentlich sichtbar werden, ist dem Engagement von Veronika Kisling, selbst auch Malerin, zu verdanken. In-klusion ist für Veronika Kisling mehr als nur ein Schlagwort. Mit dem Verein «Helena» initiiert und un-terstützt sie Projekte von, für und mit Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung. Unter dem La-bel «Ich bin da» werden Ausstellungen und Lesungen organisiert und Werke von verschiedenen Kunstschaffenden mit Beeinträchtigung als Postkarten, Plakate oder Designprodukte gestaltet. 

 

Die Bilder von Helena Kisling sind meist farbenprächtig und bevölkert mit Menschen aus ihrem Um-feld. Helena ist mit der Krankheit tuberöse Sklerose geboren worden und lebt in einer betreuten Wohngruppe in Basel. Ihre Sprache ist manchmal von überraschender Tiefgründigkeit. Unbeabsich-tigte Wortspiele werden von ihrer Mutter in Kombination mit Helenas Bildmotiven zu meist heiteren Plakaten verarbeitet. Helenas Malerei wird im Kantonsspital Aarau erstmals im Dialog mit Werken ihrer Mutter ausgestellt. Sechs Gedichte von Elias Dahler ergänzen die Ausstellung. 

 

Elias Dahler schreibt seine zarten und sehr persönlichen Texte ausschliesslich über Augensteuerung am Computer, denn er leidet an einer schweren Cerebralparese. Er lebt mit seinen Eltern in Basel. Elias Dahler hat früher gerne gezeichnet. Jetzt ist das körperlich nicht mehr möglich. Für ihn bleibt nun das Schreiben seine einzige Möglichkeit, seine Gedanken und Gefühle mitzuteilen: «Schreiben ist für mich sprechen. Im Schreiben ordne ich meine Gefühle und Gedanken. Im Schreiben schöpfe ich meine Energie für meine Träume». Sechs der Texte von Elias Dahler leuchten als Plakate in der Ausstellung im KSA. Ihre Inhalte sind von Offenheit, Ehrlichkeit und der Suche nach einem Ausweg aus der Gefangenschaft im eigenen Körper geprägt.

 

Die Künstlerin Veronika Kisling bietet in ihrem Atelier Raum und Zeit für das Schaffen von Helena. Die schwere Beeinträchtigung lässt es aber nicht zu, dass Helena ganz für sich arbeitet, sondern sie braucht dabei Begleitung. Die beiden malenden Frauen inspirieren sich gegenseitig: Inputs von Vero-nika fliessen manchmal in Bilder von Helena, Helenas sehr freier Umgang mit Farben und Pinsel wiederum beeinflusst Veronikas Malstil. Auch ist Helena immer wieder die prägende Figur auf den Bildern Veronikas. Die Malerin setzt sich in ihrer Malerei mit dem Wesen des Menschen, mit Fragen nach der Beziehung zur Umwelt und zur Spiritualität auseinander. Farbflecken sind oftmals dem Bild-geschehen vorgelagert und suggerieren fremde Welten und Zustände.

 

Am 29. März 2023 wird im Hörsaal des KSA der 60-minütige Film «Ich bin da – Entwicklung ist Be-ziehung» mit Helena und Veronika Kisling vorgeführt, der zeigt, was es bedeutet, ein Kind mit einer Beeinträchtigung alleine zu betreuen und diesen oft mühevollen, aber wie Veronika Kisling betont auch freudvollen Weg zu gehen. Zusätzlich zum Gespräch mit der Mutter werden Prof. Dr. med. An-dreas Bock, Nephrologie, Dr. med. Yakup Yakupoglu, Kardiologie, und PD. Dr. med. Markus Gschwind, Neurologie, die spezifischen Problem der tuberösen Sklerose vom jeweiligen medizini-schen Gesichtspunkt erklären und ebenfalls für Fragen zur Verfügung stehen.

 

Ausstellung im Hauptgebäude Haus 1, Neurologiezentrum H4, Park und in der Cafeteria Time Out

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